:: im Visier
Die deutsche Autobahn: unendliche Weiten, last free racing track in the world. So war das bis jetzt, und wenn es Auto-Lobby und ADAC weiter gelingt, die EU unter Kontrolle zu halten, bleibt es auch so - wohlhabende Chinesen kommen schließlich nicht von ungefähr gerade zu uns, um mal so richtig draufzutreten.
Zumindest verkündet das heute die Bild-Zeitung auf der Titelseite. Nicht nur die Aufmachung erinnert stark an 'Wir sind Weltmeister', 'Wir sind völlig am Ende' oder 'Wir sind blöd' - was immer wir eben nach Meinung der Redaktion gerade sind, das wechselt ja eher zügig.
Um hip zu wirken, sind sich Werbetreibende bekanntlich für nichts zu schade, schließlich hat das, womit man Lifestyle nach außen demonstriert, längst alles überholt, was tatsächlich dahinter steht. So ist es wenig erstaunlich, dass der Kampf um flotte, knappe Sprüche die widersinnigsten Blüten hervorbringt.
"I'd rather go naked than wear fur" hieß mal das Motto, mit dem nett anzuschauende Models wie Crawford oder Campbell mehr oder minder unbekleidet auf Plakaten gegen Pelzmäntel posierten. Das ist rund zehn Jahre her, und zehn scheint auch die magische Zahl beim Errechnen der Pelzkauf- und -trage-Wahrscheinlichkeit.
Genialer Coup vom Innenminister: Der braunen Brut kommen wir am besten bei, indem wir die Versammlungfreiheit einschränken. Dafür müsste man nur eine zackige Gesetzesvorlage einbringen und dabei mit dem Zeigefinger auf Nazi-Demos und ähnliche Kollateralschäden der Demokratie zeigen.
Wissen Sie, warum's Opel so schlecht geht? Ich meine, jetzt mal abgesehen von den üblichen Stammtischmeinungen à la "liegt doch auf der Hand, unfähiges Management" (linker Haken) oder "kein Wunder, der Belegschaft geht's einfach zu gut, den faulen Säcken, den faulen" (rechter Konter). Na? Nicht? Aber ich.
Populismus, das haben wir kürzlich gelernt, ist eine üble Sache - da lobt man sich doch eine grundehrliche Klientel-Politik: 1. weiß da jeder, woran er ist, 2. unterhält sie eine Menge Arbeitsplätze, und 3. ist im Gegensatz zum P. wenigstens niemand so bescheuert, beim Ausüben dieser Form von für-blöd-Verkaufen-der-Öffentlichkeit auch noch zu glauben, es höre jemand zu:
[der] Versuch, komplexe Sachverhalte wider besseres Wissen pauschalisierend der -> Volksmeinung angepasst zu nutzen, um ohne eigene Exponierung an -> Popularität zu gewinnen. P. wählt i. d. R. einen -> Buhmann persönlicher oder sachlicher Art als Zielscheibe u. ist begleitet vom beruhigenden Gefühl, von keiner Seite ernstzunehmenden Widerstand erwarten zu müssen. (Haarigs Dt. Wörterbuch)
... den der uneingeschränkte bayerische König mit Bundesambitionen, CSU-Häuptling und selbsternannte Retter der Nation in spe da gemacht hat, die überquellende schmutzige Wäsche der Partei der Saubermänner unter dem Deckel zu halten.
In Bunda Fazzo kämpft die Regierung derzeit mit einem ganz lästigen Problem: Die Bananen sind knapp, reichen nur für rund 85 Prozent der Menschen. Die werden allmählich ernsthaft sauer, weshalb die Politik ein Programm eingeführt hat, mit dem sie das Problem lösen und ein bisschen besser dastehen will.

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