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:: im Visier

Die Ernennung zum Innenminister scheint beim jeweiligen Objekt seltsame, bislang wissenschaftlich kaum erfasste psychische Veränderungen auszulösen. Wie sonst ist es zu erklären, dass die lange Folge wirrer bis lächerlicher Ideen nun auch den aktuellen Patienten in den Strudel ebenso dümmlicher wie hartnäckiger Anstrengungen reißt, sich ein für allemal zur Witzfigur zu machen?

In Politik und Wirtschaft streitet man ja derzeit gern, ob die Bahn nun an die Börse gehört oder warum nicht, mit oder ohne Schienen, unter oder trotz Mehrdorn und überhaupt. Von den Preisen spricht längst niemand mehr so recht, braucht's doch dafür mindestens Diplom-Mathematiker mit Zweitdiplom in Philosophie.

Kennen Sie diese Stelle in "Alice im Wunderland", an der die Königin erklärt, sie habe bisweilen schon vor Mittag etliche unmögliche Dinge geglaubt? Eine ähnlich phantastische Fähigkeit setzt sich in der Politik durch: Man fordert.

Drei Themen treiben die Nation um, oder wenigstens den Teil, der nicht längst in die multimediale Alternativwelt geflohen ist: Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitslosigkeit und Terrorgefahr. Der ersten geht es eigentlich blendend, nur darf man das nicht zugeben, sonst müssten die Unternehmen am Ende wieder Steuern zahlen und die Löhne erhöhen.

Im Zeitalter nicht mehr eindämmbarer Informationsflut muss man Schwerpunkte setzen, daran hegt kein vernunftbegabter Mensch ernsthafte Zweifel. Die Münchner Polizei beispielsweise setzt so genannte Verkehrskontrollschwerpunkte in Punkto Fahrrad, da stehen acht Freund-Helfer auf dem Radweg und kontrollieren das Vorhandensein so entscheidender Dinge wie Speichenreflektoren.

Verantwortung ist ja oft eine schwere Last, fragen Sie mal einen hohen Politiker oder einen Top-Manager. Uns Normalbürgern ist sie nicht ganz so schwer, die Last, eher lästig.

Briefkästen sind ja gern randvoll mit Rechnungen. Das ist kein Zufall, sondern Methode: Dahinter steckt die HypoVereinsbank, kürzlich unfreundlich übernommen durch einen reichlich undurchsichtigen Laden südlich der Alpen...

Am 25. Mai fährt nicht nur Christus in allen christlichen Ländern (oder auch den anderen?) gen Himmel, sondern auch wir (Deutschen) in unserer Inkarnation des Papstes durch Warschau. Das passt umso besser, als der erste Pole auf dem heiligen Stuhl eben der Papst war, den man posthum überraschend zum Popstar beförderte.

Ein generell akzeptiertes Indiz für Demenz ist es, ein Problem trotz mehrerer Fehlschläge immer wieder mit der selben, unveränderten Lösungsstrategie anzugehen. Ein Beispiel.

Drei Dinge ziehen im RTL-Bild-Medientrust: Sex, Prominente und schmutzige Geheimnisse. Das ist recht praktisch, denn wer "prominent" und was ein "schmutziges Geheimnis" ist, bestimmt man sowieso selbst; und Sex, Gott nun, ein "Luder" hier, eine "Hure" da, paar Tittenbildchen drumrum, fertig.

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