:: im Regal
(Alex Garland, (Penguin 1999) Kennen Sie Alex Garland? Nein? Schon mal von The Beach gehört, einem unsäglichen Film à la Blaue Lagune meets Woodstock mit Leonardo DiCaprio? Na also, dann kennen Sie auch Alex Garland. Von ihm stammt die geschriebene Vorlage, im Gegensatz zum Film ein absolut faszinierendes, schweißtreibend-schwüles Abenteuer mit einem gewissen Anspruch.
(T. C. Boyle, Viking 2003) T. C. Boyle ist ein offenbar ziemlich schräger Vogel, der mit einer Reihe unkonventioneller Bücher seinen amerikanischen Mitbürgern den Spiegel vor die Nase hält. Was er dabei zeigt sind weniger historisch bedeutende Ereignisse oder die bekannten mittleren politischen Erdbeben von Kennedy über Vietnam bis zur Dirty Harry-Show im mittleren Osten, sondern all die weniger spektakulären gesellschaftlichen Zustände, ...
(B. Traven) Bei B. Travens Büchern geht die Spannung mit dem Autor los: Was heißt da eigentlich "B.", hat der Kerl keinen anständigen Vornamen wie andere Leute auch? Na ja, das weiß man tatsächlich nicht so genau.
(James Jones, USA 1964) Kriegsbücher gibt es, seit es schriftliche Aufzeichnungen gibt, also fast so lang, wie Kriege selbst. In einer Ära, in der sich die Gattung stramm dem Zeitgeist des amerikanischen Hurra-Patriotismus' anpasst (man denke nur an das unsägliche Machwerk "Black Hawk Down"), tut es bitter not, auf die raren Ausnahmen hinzuweisen.
(1902 - 1966) Über die Bücher John Steinbecks kann man eigentlich keine Kritik mehr schreiben. Die Werke des Pulitzer- und Nobel-Preisträgers sind längst Thema ungezählter Interpretationen, Doktor- und Diplomarbeiten, Rezensionen, Re-Rezensionen und literaturwissenschaftlicher Abhandlungen, allesamt verfasst von Menschen, deren literarisches KnowHow sich mindestens auf der Ebene Marcel Reich-Ranickis befindet. Steinbeck kritisieren?!? No way, José.
(Felix Dahn, Neuauflage Juli 2003) Historische Romane sind nicht eben en vogue, während ihre jungen Verwandten ersten Grades rauschende Triumphe feiern: Fantasy-Geschichten, zuletzt etwa Der Herr der Ringe, der in bester Disney-Manier ausgewrungen wurde und via Verfilmung bei Leuten in die Favoritenliste einzog, die womöglich zuvor nicht einmal von der Existenz des Buchs wussten.
(Tad Williams, Klett-Cotta, I: Stadt der goldenen Schatten (1998), II: Fluss aus blauem Feuer (1999), III: Berg aus schwarzem Glas (2000), IV: Meer des silbernen Lichts (2002)) Science-fiction, pfui! Und dazu noch mit deutlichen Fantasy-Anleihen, pfui Teufel!!! Das ist so ein Beispiel: Tad Williams "Otherland"-Reihe wird nie Erwähnung im Feuilleton der, sagen wir mal, SZ oder gar der FAZ finden, so sicher wie das Amen in der Kirche, völlig ausgeschlossen.
(Philippe Djian, 2002, deutsche Ausgabe "Sirenen", Diogenes, August 2003) Philippe Djian geht es wie vielen französischen Autoren, Regisseuren und Musikern: Im eigenen Land Stars, in Italien beliebt, in England und den USA "Kult", aber in Deutschland, wo Dieter Bohlen die Bestsellerlisten stürmt, nur einer kleinen Minderheit und einschlägigen Kritikern bekannt. Zu Unrecht.

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