:: auf dem Plattenteller
(Bauhaus, 2008) Vor ein paar Monaten kramte ich die letzte Platte der ehemaligen Goth-Formation Bauhaus heraus, um sie an dieser Stelle vorzustellen. Da sich die Band 1983 mehr oder weniger aufgelöst und hernach nie wieder eine gemeinsame Platte aufgenommen hatte, hielt ich das für einen sicheren Nachruf, 25 Jahre posthum.
(Noir Désir, 2008) Lange war es still um Noir Désir, nachdem Sänger Bernard Cantat auf dem Zenith des Schaffens ein trauriges Drama verursachte und für einige Jährchen hinter Gitter wanderte. Wer sich eher für den genialen Sound interessiert als für blutrünstige Details, wartete bang.
(Woven Hand, Sounds Familyre, 2008) Ein schwarzer Tag im April 2005: 16 Horsepower gab seine Auflösung bekannt, vier Studioalben, ein paar Live-Aufnahmen, und wech. Als Trost diente nur, dass Frontman David Eugene Edwards mit Woven Hand schon länger ein neues Projekt verfolgte.
(Bauhaus, Beggar's Banquet, 1983) Kennen Sie diese komischen Vögel, die bei jedem Wetter in langen schwarzen Mänteln rumlaufen, weißgeschminkt und überhaupt den Eindruck vermittelnd, sie seien eigentlich längst tot und nur zu blöde zum Umfallen? "Gothics" nennen die sich.
(2006) Wenn gute Bands plötzlich Erfolg haben, ist das (außer für die Band selbst vermutlich) oft ein richtiges Dilemma. Man zweifelt, an seinem Geschmack, am betreffenden Album, und daran, ob man fürderhin noch zugeben soll, dass man die Musik genial findet.
(A.R.E. Weapons, Rough Trade/US, 2003) Es gibt Platten, für die ist "Repeat One"-Funktion erfunden worden. A.R.E. Weapons zum Beispiel. Zwei New Yorker, der eine so was wie ein Gitarrist, der andere kommt mit einem Synthesizer klar, und wenn dessen Klangrepertoire nicht reicht, heuert man halt einen Kumpel für Schlagzeug oder Keyboard.
(Louise Attaque, Atmosphériques, 2005) Die Franzosen, das ist Allgemeinwissen, machen seit jeher eigentlich nur zwei Sorten Musik: Lustiges Akkordeon-Gedudel zum Tanzen und Rotwein-Saufen am Seine-Ufer und natürlich Schangsongs oder Chansons oder wie die Dinger gleich wieder heißen.
(Sublime, Skunk/MCA Universal 1996) Traurig, aber wahr: Die besten Bands sind die, die es wegen eines tragischen Schicksals nicht lange machen. Üblicherweise kommt dazu jemand um, gern genommen werden 1. Selbstmord, 2. Drogen, 3. Motorradunfälle. Einer von vielen Beweisen für diese Theorie sind Sublime.
(Wu-Tang Clan, BMG 2004) Naturgesetz: Aufstrebende Bands, die sich für die Stimme "des" Ghettos halten, machen Hip Hop. Ob Downtown L.A., Bronx oder Münchner Hasenbergl spielt dabei keine wesentliche Rolle.
(Mano Negra, Patchanka/Virgin, 1991) Manu Chao, Gott ja, kennen wir, kennen wir, das war doch dieser niedliche Latino, der vor paar Jahren diesen Sommer-Ohrwurm gemacht hat, und dann gleich zwei ganze Alben draus aufgegossen, konnte man irgendwann nicht mehr so recht hören, war das nicht der? Doch.


lesen







