:: auf der Leinwand
(Alejandro González Iñárritu, F/USA/Mexiko 2006, 143 Minuten) Wenn man nicht so recht weiß, wie man einen Film nun eigentlich gefunden hat, gibt es einen nützlichen Begriff für die Besprechung: 'sehenswert'. Babel, nach "Amores perros" und "21 Gramm" dritter Teil einer irgendwie und doch nicht so recht zusammenhängenden Reihe des mexikanischen Ausnahmeregisseurs Iñárritu, ist exakt so ein unsicherer Kandidat - keinesfalls 'schlecht', auch nicht so richtig 'gut', aber ganz gewiss 'sehenswert'.
(Martin McDonagh, UK/Belgien 2008, 107 Minuten) In den ersten rund 20 Minuten wird einem Bange: Wenn das in dem Tempo weiter geht, so die unwillkürliche Befürchtung, ist man einem belgischen Tourismuskomplott aufgesessen. Sachte Kanalfahrten durchs winterliche Brügge, Klaviermusik, meinetwegen, aber bitte nicht am Freitag Abend für 7 Euro 50.
(Sylvester Stallone, USA 2008, 91 Minuten) Filme von oder mit Sylvester Stallone werden von ernstzunehmenden Kritikern ja eher gern ignoriert. Dümmlich sind die (nicht die Kritiker, die Filme), klischeeüberfrachtet, brutal bis gewaltverherrlichend, und meist auch noch - Gott bewahre! - politisch völlig unkorrekt. Pfui Deibel.
(George Clooney, USA 2005, 93 Minuten) Wie bitte? Von George Clooney?!? Der kann doch nichts, als vor der Kamera in der Gegend rumstehen und dabei so unverschämt gut ausschau'n, dass alle Mädels im Kino in einem fort seufzen! Tja, so verliert man liebgewonnene Vorurteile.
(Sven Taddicken, D 2006 103 Minuten) Jürgen Vogel kennt man einfach, zumindest als Gesicht, das in einem Haufen von Fernsehfilmen überzeugend kleine Gauner oder sonstige gesellschaftliche Randfiguren verkörpert. Kino macht er ebenfalls, und zwar in der Regel anspruchsvoller als etwa sein trotzdem regelmäßig mit ihm auftretender Kollege Til Schweiger.
(Pepe Danquart, A/D 2004) Was passiert, wenn eine Truppe überwiegend im Fernsehen aktiver Filmschaffender beschließt, so was wie "Snatch" (deutscher Untertitel, man glaubt es kaum: "Schweine und Diamanten") könnte man auch deutsch-österreichisch auf die Beine stellen? "C(r)ook". Der Untertitel ist noch bescheuerter (Basta. Rotwein oder Totsein), das Tempo und die Schauspieler dafür eine Spur weniger quirlig.
(Luc Besson, F 2005) Herbe Enttäuschung: Frankreichs Ausnahmeregisseur Luc Besson hat sich sechs Jahre Zeit gelassen, um einen neuen Film in die Kinos zu bringen. Wie immer gab er sich vorher recht geheimnisvoll, man wusste nicht viel, außer dass er wohl schwarz-weiß werden würde, sehr ästhetisch, eine Liebeserklärung an Paris, und natürlich die uralte Rolle von Mann und Frau neu definierend. Tja.
(Detlef Buck, D 2006, 98 Minuten) Praktisch zeitgleich zu den Vorgängen an einer Berliner Schule, die Politiker aller Parteien zu schwer erträglichen Wortschwällen in Sachen Jugendgewalt animierten, drehte Detlef Buck einen Film zu eben diesem Thema.
(Michael Haneke, F/A/D/I 2005, 117 Minuten) Reichlich Lorbeeren gab's, und einen Preis in Cannes als, im Gegensatz zu den meisten Oscars, eigentlich meist recht zuverlässiges Qualitätssiegel. Vielleicht liegt es an der dadurch hochgeschraubten Erwartungshaltung, dass "Caché" schließlich als Enttäuschung daherkommt, wenn man das Kino verlässt.
(Patrice Leconte, F 2002, 90 Minuten) Warum die Franzosen generationenübergreifend unbeirrt ihre nationale Presley-Version namens Johnny Hallyday anhimmeln, muss jedem anderem ein Rätsel bleiben; anfangs ein besserer Peter Kraus, wurde der Mann mit den stets leicht melancholischen eisblauen Augen ohne wesentliche Eigenleistung zur Ikone des gelebten Rock'n Roll.

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