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Netter Versuch

... den der uneingeschränkte bayerische König mit Bundesambitionen, CSU-Häuptling und selbsternannte Retter der Nation in spe da gemacht hat, die überquellende schmutzige Wäsche der Partei der Saubermänner unter dem Deckel zu halten.

Rhetorisch gewandt wie immer äußerte er, in Sachen Münchener CSU-Skandal und Monika Hohlmeier gebe es unterschiedliche Darstellungen (eigentlich nennt man so was ja üblicherweise "Anschuldigung"), daher sei die Diskussion im die Kultusministerin "Schnee von gestern". Und man solle doch bitte gefälligst lieber nach vorne gucken. Das allerdings, so desillusioniert wollen wir einfach nicht sein, sollte nicht einmal in Bayern drin sein.

Das Muster ist bekannt: Akteure, die längst jeden Kontakt zur normalen Welt verloren haben, in einer unappetitlichen Affäre um Macht und Filz. Irgendwann läuft der ganze Mist über, einen reißt's rein, und der, platt von der bis dato unbekannten Erfahrung, aus dem Olymp der unantastbaren CSU-Herrscherklasse in die kalte Realität Normalsterblicher zu plumpsen, hat dann die Schnauze voll und beginnt auszupacken. Sowas ist Gründer- und Hohlmeier-Vater Franz Josef Strauß nicht passiert, den meisten Nachahmern von Ober-Amigo Max Streibl bis Hohlmeier-Bruder Max Strauß (derzeit in Berufung gegen ein Urteil über dreieinhalb Jahre Knast) fehlte schlicht das Format, derlei sittenwidrige Sauereien souverän durchzuziehen.

Nun also Monika Hohlmeier, CSU-Größe per Erbrecht, Kultusministerin von Stoibers Gnaden und, glaubt man auch nur ansatzweise dem, was die ehemaligen Getreuen mit dem Rücken zur Wand jetzt austratschen, genauso abgebrühter Machtmensch wie der erbarmungswürdige Bruder oder der mythische Vater - nur eben ohne dessen Stil. Nicht nur soll sie von den Machenschaften um gekaufte Parteieintritte und gefälschte Aufnahmeanträge gewusst, sondern auch ihre Autorität genutzt haben, um andere ruhig zu stellen. Die erste Anschuldigung beruht auf der Aussage zweier der (geständigen) Hauptangeklagten; die zweite ebenso, wobei wörtliche Zitate vorliegen ("Deine Frau hat doch selber schon Wahlen gefälscht!"); es gilt also vorerst in dubio pro reo, auch wenn's schwer fällt. Zutrauen möchte man's ihr, denn eines steht fest: Um den von ihr bisher zurückgelegten Weg in hohe Partei- und Landesämter (das ist in Bayern eins) hätte sie trotz der Abstammung nicht mit weißer Weste geschafft, wenn sie kein kühl-kalkulierender, rigoroser Durchsetzungsmensch wäre - siehe Bruder Max.

Zurück zu Stotter-Ede: Nach wochenlangem Schweigen, das der Opposition im Landtag endlich einmal eine Steilvorlage lieferte (Aufatmen), ringt er sich nun zu einem halbherzigen Kommentar durch, mit dem Hinweis, das ("ähh...") sei eigentlich gar keiner (Kommentar nämlich), weil er zu der Sache im Grunde nichts sagen könne (ja, wer denn dann?!?). Aha. Schön gemacht. Und Hohlmeiers Rücktritt als Münchener CSU-Chefin zu genau diesem Zeitpunkt liegt nur daran, dass sie ihre ganze Energie für den Job als Kultusministerin benötigt. Und der Papst erwägt eine Konvertierung zum Islam, gell?

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