(Sublime, Skunk/MCA Universal 1996) Traurig, aber wahr: Die besten Bands sind die, die es wegen eines tragischen Schicksals nicht lange machen. Üblicherweise kommt dazu jemand um, gern genommen werden 1. Selbstmord, 2. Drogen, 3. Motorradunfälle. Einer von vielen Beweisen für diese Theorie sind Sublime.

Und zwar mit einem Mix aus Ska, Reggae, Punk, Dub und Surf, reichlich Gras, Bier und gute Laune aus dem Kalifornien der frühen Neunziger. Blöd nur, dass die Jungs zwar allen Versuchungen der Musikindustrie widerstanden, aber einer von Dreien sich frühzeitig zu Urvater Marley in die ewige Strandparty verabschiedete. Na ja, wenigsten blieb einiges zurück und wird von den Erben ohne Aufweicherscheinungen verwaltet.
Los ging's Ende der Achtziger mit "40 Oz. to Freedom" beim Hinterhof-Label Skunk: solide Songs, sauber ohne viele Faxen gespielt, mittelmäßig produziert, aber - das wichtigste - vom Start weg mit intelligenten Texten. Sublime reservierte und reserviert sich mit dieser Mischung einen unverwechselbaren Stil aus locker-bekifftem kalifornischen Easy-Going und unerschöpflich-energischer Wut gegen das, was sie welfare state reality nannten. "40 Oz. to Freedom" wurde wie der Nachfolger "Robbin' the Hood" überraschend ein ausreichend großer Erfolg, um Major-Geier anzuziehen; die vierte beziehungsweise dritte Auflage erschienen bei MCA Universal. Es folgten " Greatest Hits", das als Kompromiss in einer "Explicit" und einer "Clean Version" erschien. Man ließ sich Zeit, machte reichlich Live-Auftritte und begann schließlich 1996 mit den Aufnahmen für "Sublime".
Das dubbed mit "Garden Grove" mächtig los, "What I Got" swingt relaxed hinterher, dann ist Schluss mit lustig. "Wrong Way" geht musikalisch als schneller Ska los und erzählt reichlich unverkrampft vom ganz alltäglichen Fehlstart ins Leben; "Same In The End" verbindet explosive Ska-Strophen mit rasantem Punk-Refrain, "April 29, 1992" sampled mitgeschnittenen Polizeifunk aus den durch den Mord an Rodney King in eben diesen Tagen ausgelösten sozialen Unruhen: April 29 1992, there was a riot in the streets, tell me where were you, you were sitting home watching your T.V., while I was participating in some anarchy - und man glaubt es ihnen. So geht es weiter, und jeder kann sich aussuchen, ob er einfach nur gute Musik mit gleichermaßen gutem Party- und Kopfhörer Potenzial laufen lassen will, oder zuhören. Sublime kann beides.



