Endlich Gewissheit: Baron Karl-Theodor zu Guttenberg, auf dem Boulevard plump-vertraulich "KTG" oder einfach nur "Theo" genannt, aber da machen wir nicht mit, weil ein Minimum an Respekt ihm wenn schon nicht wegen eines akademischen, dann wenigstens wegen des Adelstitels gebührt, Baron Karl-Theodor zu Guttenberg also ist wirklich der verabscheuungswürdige Buhmann, als den ihn die "Bild" und der Rest der Welt im Zuge der Plagiatsaffäre entlarvten.

Turntable-Rocker
Keine Sorge, blickwendung.de schließt sich jetzt nicht dem selbstgerecht-hysterischen Baron-Bashing derer an, die ihre naiven Hoffnungen in den stromlinienförmigen Franken aufs bitterste getäuscht sehen. Das wäre fad.
Interessant, ach was, nachgerade faszinierend ist hingegen, dass weder politische noch universitäre Aspekte des Polit-Popstars den endgültigen, unwiderlegbaren Beweis seiner Verderbtheit liefern. Da sieht man mal wieder, wie scheinbar nebensächliche Details die Flugbahn eines scheinbar unaufhaltsamen Senkrechtstarters abrupt unterbrechen und in die Kurve zur finalen Landung umlenken können. Nun ist der Selbst-Rausschmiss so unwiderruflich, dass selbst die unbelehrbarsten bayerischen Parteifreunde ihr vages Gemurmel von "Auszeit" und "Comeback" wohl oder übel einstellen und sich einen anderen Messias suchen müssen.
Was passiert ist? Das haben Sie verpasst?!?
Er war am 12. Juni in München.
Im Olympia-Stadion.
Na? Alles klar?
"Aha", denkt jetzt der Simpel, "diese Blaulicht-Geschichte, an der sich die Regenbogenpresse so verspätet wie hartnäckig festgesogen hat." Unfug natürlich, weil erstens völlig irrelevant, zumal in München Hinz und Kunz in solchen Limousinen rumkutschieren, und zweitens in diesem Fall sogar gerechtfertigt. Schließlich war der Mann mal kurz Verteidigungsminister, und da macht man sich eventuell sogar dann Feinde, wenn man eigentlich gar nichts macht. Außer gut gegelt in Transall-Flugzeugen zwischen Berlin und Kabul mit ernstem Blick wohlfeile Phrasen in die Kameras zu dreschen.
Der Punkt ist ein ganz anderer. Er besuchte dort ein Konzert. Und das, Freunde und Nachbarn, sagt dann wohl alles hinsichtlich seiner charakterlichen, intellektuellen, politischen, ethischen, akademischen Nicht-Eignung für welches Amt auch immer aus, was bislang noch nicht abschließend belegt war. Würde mich nicht wundern, wenn er sich auch den Adelstitel irgendwie erschlichen hat.
Ich meine: Bon Jovi.
Disgusting.



