"I'd rather go naked than wear fur" hieß mal das Motto, mit dem nett anzuschauende Models wie Crawford oder Campbell mehr oder minder unbekleidet auf Plakaten gegen Pelzmäntel posierten. Das ist rund zehn Jahre her, und zehn scheint auch die magische Zahl beim Errechnen der Pelzkauf- und -trage-Wahrscheinlichkeit.

Das jedenfalls haben Wissenschaftler herausgefunden, die der Frage nachgingen, wer heutzutage warum immer noch oder wieder ungeniert mit einem Pelz durch die Gegend rennt. Das Ergebnis lässt sich mathematisch herleiten.
Wie das internationale Team aus hochkarätigen Sozialforschern in einer Langzeitstudie in Mitteleuropa und den USA herausfand, wird die Bereitschaft zum Pelztragen im wesentlichen von drei Faktoren bestimmt, die praktischerweise obendrein annähernd gleich zu gewichten sind: Dummheit, Hässlichkeit und Geld. Die schlichte Eleganz der Formel erhöht noch, dass sie sich rein aus Multiplikationen zusammensetzt, also zum Beispiel:
Neun (für jemanden, der schon verdammt bescheuert ist), mal neun (für jemanden, der schon verdammt mies aussieht), mal neun (für jemanden, der schon verdammt nett Kohle hat), ergibt siebenhundertneunundzwanzig (Tipp: Windows bietet unter "Start/Programme/Zubehör" einen Rechner); daraus bekommen wir einen PI (Pelz-Indiz) von 729. Das wiederum sagt auf einer rechnerisch möglichen Skala von eins bis tausend aus, dass jemand deutlich für den Kauf eines Pelz-Kleidungsstücks prädisponiert ist. Ist hingegen jemand heller als für den aufrechten Gang unbedingt erforderlich (4), recht hübsch (4) und kommt obendrein auch noch mit seinem Geld eben so hin (4), dann ist er/sie mit einem PI von 64 definitiv kein potenzieller Pelzkunde.
Natürlich ist das alles rein statistisch, im Prinzip kann auch eine superintelligente, völlig verarmte Schönheit einen Pelz kaufen, aber, mal ernsthaft, klingt das überzeugend? Ha!, werden Sie sagen, aber was ist mit eingangs erwähnten Topmodels? Tja, auch die belegen die Theorie; zwar sind sie vielleicht nicht die allerhellsten (sagen wir mal.. räusper... 6?) und schweinereich (10), aber sie sehen schon super aus (1) und kommen darum gerade einmal auf einen PI von lumpigen 60!
Es sollte uns also nicht mehr wundern, dass uns gerade in diesem kalten, langen Winter an jeder Ecke unangenehme Gesichtsruinen über flauschige Pelzkragen hinweg dumpf anzustarren scheinen; es ist keine Einbildung, sondern wissenschaftlich bretthart erwiesener, gesellschaftlicher Fakt. Interessant wäre es jetzt noch, die augenscheinliche Korrelation zwischen Pelz und Auto einmal unter die Lupe zu nehmen. Bilden wir uns bloß ein, dass besagte Ruinen sich auffällig oft aus fetten SUV zwängen, oder gibt es auch da einen Zusammenhang (außer dem auf der Hand liegenden, dass man aus diesen Dingern einfach sein Übergewicht etwas weniger umständlich herauswuchten kann)? Einleuchtend wär's ja: Wer Geld satt hat und deppert genug ist, um sich so eine Schüssel auf-marketen zu lassen, der ist gewiss auch ein leichtes Opfer für jeden anderen teuren Selbstdarstellungshumbug. Und Männer tun sich bekanntlich, von der (nur statistisch) zu vernachlässigenden Randgruppe homosexueller Modeschöpfer abgesehen, etwas schwerer mit Pelzen, sind dafür aber (statistisch!) eindeutig die Entscheidungsträger beim Autokauf. Daher die These: Das SUV ist der Pelzmantel des reichen, unansehnlichen Narren - zumindest statistisch.
Grundgütiger... klingt das nun geradezu beängstigend überzeugend oder was?!?



