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Jalla! Jalla!

(Josef Fares, Schweden 2000, 88 Minuten) Roro ist Libanese, in der zweiten Generation in Schweden, eigentlich recht gut integriert und obendrein glücklich mit der netten schwedischen Lisa. Nein, keine Sorge, Josef Fares' Erstlingswerk kommt trotzdem nicht mit dem bis ans Limit ausgequetschten Standardthema daher.

Weder wird Roro auf der Straße, im Beruf oder von Behörden diskriminiert, noch haben Lisa Eltern irgendein Problem mit dem definitiv arabisch dreinblickenden Jungen, nicht einmal mit seinem Job als Parkreiniger. Das Problem ist eher zwischenmenschlicher Natur - sympathisch anders also. Wie auch in seinem zweiten Film (Kops) interessiert sich der ebenfalls libanesische Regisseur Josef Fares für den zwanghaft politisch korrekten Blick auf ethnische Probleme wenn überhaupt nur als einen von vielen Faktoren im Leben seiner Figuren.

Und das ist gut so, gibt es doch die Sicht frei auf etwas, das viel faszinierender ist, sofern gekonnt inszeniert: das komplexe Gefühls- und Beziehungsgeflecht in einem bunten Haufen ganz normaler Menschen mit ganz normalen Problemen. Da ist also Roro, gespielt vom Bruder des Regisseurs Fares Fares (schwer zu sagen, was dabei der Vorname ist), besagte nette Lisa (Tuva Novotny), die endlich einmal seine Familie kennen lernen will, Roros Freund und Kollege Måns (Torkel Petersson), Yasmin (Laleh Pourkarim), deren Bruder sie zu den Eltern im Libanon schicken muss, wenn er sie nicht bald unter die Haube bringt, Måns' Freundin, die "endlich wieder vögeln" will, ein ausgerasteter Kampfhundbesitzer, und Roros Vater. Der hat seine Bazar-Methoden erfolgreich in seinen Laden in der schwedischen Provinz transferiert und will nun gern, dass Roro damit aufhört, im Park Hundedreck einzusammeln, statt dessen im Laden anfängt und eine anständige libanesische Familie mit reichlich Nachwuchs gründet.

Erraten. Yasmins Bruder und Roros Vater arrangieren gegen den Widerstand der beiden zügig eine standesgemäße Hochzeit, Roro weiß nicht, wie das Problem Lisa erklären, Lisa will ihn nie mehr wiedersehen, Yasmin will weder heiraten noch in den Libanon, und Måns' Freundin will deswegen so dringend wieder Sex, weil er akute Erektionsprobleme hat. Das ist so originell eigentlich nicht, aber wie in "Kops" lebt die Story von den eben so munteren wie überzeugenden Darstellern und einer temporeichen Umsetzung - und das so gut, dass man sich nicht eine der obendrein nur 88 Minuten langweilt.

Jalla! Jalla! (für Nicht-Nordafrika-Urlauber: Schnell, schnell!) läuft nicht mehr in den Kinos, ist aber in jeder besseren Videothek zu haben. Leihen, Marsch, Marsch.

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