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Das ewige Leben

(Wolf Haas, 2004) Jetzt ist schon wieder was passiert... So fangen Wolf Haas' Krimis grundsätzlich an, auch verfilmt wie zuletzt "Silentium!". Der routinierte Leser weiß dann, was kommt: Nicht nur ein Krimi, nicht nur ein Roman, nicht nur eine ebenso spannende wie unterhaltsame Geschichte, sondern ein als Krimi getarntes Stück Weltanschauung.

Wie das mit Weltanschauungen so ist, gibt's eigentlich nur zwei mögliche Meinungen dazu, also auch über "Das ewige Leben": Entweder "saublöd", oder "Genial Hilfsausdruck."

Diesmal ist der Brenner, Ex-Bulle, Ex-Rettungswagenfahrer, Ex-alles mögliche und Gelegenheitsdetektiv, heim nach Graz gekommen, weil da hat er ein Haus geerbt, und das ist ja nicht schlecht für einen, der nie so recht weiß wohin und wenn dann da angekommen, wovon leben. Nur, in Graz hat er als junger Mensch auf der Polizeiakademie mal so einen rechten Unfug angestellt, der sich dann ganz dumm ausgegangen ist. Und weil einem sowas immer irgendwie nachhängt, auch wenn's nie rausgekommen ist die ganzen Jahre, drum muss es ausgerechnet jetzt wieder hochkommen, wo der Brenner es gar nicht hat brauchen können. Also ist er noch gar nicht so recht da, da passiert schon wieder was: der Brenner kriegt eine Kugel in den Kopf, aus einer verbauten Walther. Pech Hilfsausdruck.

Obwohl, wenigstens stirbt er nicht dran, nicht gleich. Wäre ja auch schade drum, weil immerhin ist er im Grunde Schuld, dass der Schwarzenegger Arnold heute ein Star ist bei den Amerikanern, sprich Politiker gleich Schauspieler, dem hat der Brenner nämlich, wie er erst 13 war, eine Watschen verpasst, obwohl der Arnold da schon 16 war. Deswegen hat der nämlich dann angefangen, Hanteln zu stemmen, und wenn er das nicht gemacht hätt', dann wäre das Stadion, wo dem Brenner sein Komplize von damals jetzt als Hausmeister arbeitet, auch heute nicht das Schwarzenegger-Stadion. Nur, genützt hat es dem auch nicht mehr viel, der hat nämlich auch eine Kugel in den Kopf gekriegt, und weil er nicht dem Brenner sein Glück hat, oder seinen Eisenschädel, das weiß man ja hinterher nicht immer so, jedenfalls ist der gleich dran gestorben, also der Komplize, nicht der Brenner.

Und wem diese Inhaltsangabe nicht reicht, wer da noch dreist nach der versprochenen Weltanschauung fragt, dem sei eines von vielen unbezahlbaren Zitaten ans Herz gelegt: "Du musst wissen, wie der Brenner jung war, hat es in den Zeitungen noch weitaus nicht so viele ekelerregende Fotos gegeben, sprich Krieg oder Unfall oder Amputation oder Manager des Jahres. Da hat man noch eine gewissen Scheu gehabt und nicht alles herumzeigen wollen."

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