(Bon Jovi, Island, 2009) Selbsttest meiner mentalen Stabilität: Kann ich ein Album von Bon Jovi besprechen? Argh. Und kann ich das dem arglos reingesurften User zumuten? Argh. Leihen wir uns eingangs Kraft bei einem Zitat der weithin fehleingeschätzten "Bloodhound Gang": "I hate Jon Bon Jovi but I hate his music more" ('Shut Up'/'One Fierce Beer Coaster', 1996). Schön die Kurve gekriegt, gell? Nicht? Okay, ich geb's zu: Natürlich habe ich "The Circle" noch nie gehört, zumindest nicht wissentlich.

Argh.
Und das wird auch so bleiben, denn man darf getrost annehmen, dass sich die CD in nichts von ihren Vorgängern unterscheidet.
Natürlich kenne ich trotzdem ein oder zwei Bon Jovi-Songs (argh), denen man als halbwegs normaler Europäer in meinem Alter gar nicht entgehen konnte (Hörgeschädigte jetzt mal ausgenommen, die Gasmänner). "It's My Life" wäre da zu nennen, oder "Runaway" (argh).
(Kleinen Moment bitte, muss mal kurz wohin.)
(Da bin ich wieder. Machen wir's lieber kurz ab hier.)
Bon Jovi und insbesondere Frontman Jon Bon Jovi verschmutzen seit rund 30 Jahren mit laut Wikipedia über 130 Millionen Platten die akustische Welt, indem sie perfekt organisiert all das liefern, was der Mainstream fordert, als da wäre:
- öde Musik, die unbedarfte Menschen wegen der todschicken Lederjacken und der schulterlangen Haare der "Musiker" fälschlich als "Rock" bezeichnen, wobei Stücke, die "so richtig nach vorn abgehen" ebensowenig fehlen dürfen wie "Rock-Balladen" (Jesses, also leicht fällt mir das nicht gerade hier), zu denen ein ZHaufgen Schwachmaten dann das Bic-Feuerzeug schwenkt
- alle paar Jahre ein Top-40-Album mit ein paar Top-10-Auskoppelungen und einer ausverkauften Tour durch die größten Stadien der Welt
- hin und wieder ein klitzekleines, vermutlich sorgfältig von einer PR-Agentur inszeniertes, Skandälchen, Genre: hat im Hotel die Zimmerbar leergesoffen
- eine Flut von Fotos für den Ehrenplatz über dem Bett des meist weiblichen Teenagers
Dessen unbeschadet finden zig-Tausende - auch scheinbar Erwachsene - rund um den Erdball Bon Jovi so gut - schließlich gibt's auch Menschen, die freiwillig Radio Gong (argh) hören oder sich seit Wochen ohne Not auf Bayern 3 den "Soundtrack Deines Lebens" (argh) reinpressen lassen -, dass es es für besagte 130 Millionen verkaufte Alben langt.
Was soll man dazu sagen, daher lieber abschließend noch was positives: "One Fierce Beer Coaster" von der "Bloodhound Gang" gibt's mittlerweile für unter 7 Euro.



