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Kops

(Josef Fares, Schweden/Dänemark 2003, 90 Minuten) Haben Sie auch von "Jalla! Jalla!" gehört, es aber dann irgendwie nicht geschafft, ihn auch wirklich zu sehen? Jetzt wissen wir's: Vermutlich war das ein Fehler. Mit "Kops" liefert der erst 27jährige Josef Fares, geboren im Libanon, aufgewachsen in Schweden, seinen zweiten Film ab, in dem wieder sein älterer Bruder Fares Fares (ja ja, das gibt's) eine Hauptrolle spielt.

Und wenn "Kops" auch nur annähernd einen Schluss auf "Jalla! Jalla!" zulässt, sollte man sich auch letzteren keinesfalls entgehen lassen. Die Story: Die Polizeistation eines verschlafenen Nests in Schweden soll mangels Kriminalität geschlossen werden. Nachdem sie sich vom ersten Schock erholt haben, kommen die betroffenen Polizisten durch einen verdächtig umgeworfenen öffentlichen Papierkorb auf die Idee, der Statistik ein bisschen nachzuhelfen, indem sie ein paar Fälle kreieren.

Besonders tut sich dabei Benny (Torkel Petersson) hervor, der unter seinem Toupet ohnehin daran gewöhnt ist, Minderwertigkeitsgefühle und Langeweile durch eine Fantasiewelt aus amerikanischen Actionfilmen zu ersetzen. Sehenswert in diesem Zusammenhang vor allem, wie er in bester GSG 9-Manier seine eigene Wohnung stürmt und sichert, Ziel des spektakulären Einsatzes: Futter in den Napf seiner Katze zu befördern.

Aber auch sein Partner Jacob (unschwedisch: Fares Fares) und das Ehepaar Lasse und Agneta kommen auf den Geschmack; also ballert man im Wald herum, besticht den örtlichen Penner, im Kramladen ein paar Pölser zu klauen oder fackelt fast aus Versehen die Imbissbude ab, an der man sonst mittags Hot Dogs verdrückt, Kommentar Benny: "Das kann jeder gewesen sein, PKK, Russenmafia, jeder!"

Kompliziert wird das Manöver durch Jessica, die Offizielle aus dem Justizministerium, die mit der Schließung beauftragt ist - und obendrein auf Grund einer Verwechslung bei einem Blind Date Jacobs dessen Angebetete. Sie braucht nur etwa 10 Minuten, um zu merken, dass an den unbeholfenen "Fällen" und den löchrigen Erklärungen der Kops etwas faul ist, weiß aber bald nicht mehr so recht, ob sie sich entrüstet verschaukelt fühlen oder beide Augen zukneifen soll.

Was sich da aus diesen Zutaten nun 90 Minuten lang entwickelt, ist eigentlich zweitrangig, zumal selbst das Ende locker-unkonstruiert daherkommt. Was Spaß macht, ist die Mischung aus ungewöhnlichem Plot, ungewöhnlichem Schauplatz und ungewöhnlichen Hauptfiguren; hinzu kommen Schauspieler, die erfrischend unamerikanisch sind und, offensichtlich ohne jede Mühe, kein einziges Klischee bedienen. Die wiederum geben eine hübsche Zielscheibe ab, so dass der Film ganz nebenbei die gesamte US-Action-Schublade ad absurdum führt, ohne aber deswegen den Zuschauer gleich mit angestrengt erhobenem Autoren-Zeigefinger zu ermüden.

Liebenswert, unterhaltsam, sehenswert - gibt's eigentlich "Jalla! Jalla!" irgendwo auf Video

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