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Die Herzen der Männer

(Marc Esposito, Frankreich 2003, 107 Minuten) Es muss nicht immer ein gewichtiges Kunstwerk sein. Zwischen kommerziellem Mist und anspruchsvollen Exemplaren der "siebten Kunst", wie die Franzosen das Kino nennen, ist noch Platz für eine andere Kategorie: unterhaltsame, gut gemachte Filme, die dem Zuschauer einen angenehmen Abend verschaffen, ohne seine grauen Zellen übermäßig zu beanspruchen.

Das muss sich auch Marc Esposito, Gründer der renommierten Filmzeitschrift "Studio", gedacht haben, denn sein Erstling "Die Herzen der Männer" ist dafür ein Paradebeispiel. Antoine (Bernard Campan), Jeff (Gérard Darmon), Manu (Jean-Pierre Darroussin) und Alex (Marc Lavoine) sind vier Freunde, die es im Großen und Ganzen geschafft haben im Leben, aber sich immer noch mit den Widrigkeiten des Lebens von Männern in den besten Jahren herumschlagen müssen. Vor allem dreht es sich dabei natürlich um das Gefühlsleben - dem einen beichtet die Frau einen Seitensprung, der andere verliebt sich Hals über Kopf in eine Wildfremde, und der dritte kann es trotz aller Liebe zu seiner Frau einfach nicht lassen, jedem Rock hinterher zu jagen. Der vierte schließlich hat ein ganz besonders übles Problem: er sieht, obwohl der Älteste des Quartetts, blendend aus, ist geschäftlich erfolgreich und somit finanziell unabhängig, und hat obendrein eine rund zwanzig Jahre jüngere Freundin. Wo in aller Welt da das Problem ist, wird nicht verraten.

Regisseur Marc Esposito ist ein lockeres Stück gelungen, das die Gratwanderung zwischen einer kleinen Geschichte wie aus dem echten Leben und rührseligem Kitsch gekonnt meistert. Das geht zwangsläufig nur mit Schauspielern, denen man auch das echte Leben abkaufen kann, und da hat er mit seiner Riege einen Glücksgriff getan. Alle vier haben in Frankreich einen bekannten Namen, und vor allem Gérard Darmon ist so gut, dass er selbt in Deutschland dem einen oder anderen bekannt sein dürfte. Zur Erinnerung: In den frühen Achtzigern tauchte er auf der Leinwand auf und machte unter der Regie von Kultfilmer Jean Jaques Beineix erst mit einer kleinen Rolle in "Diva" (1981), dann mit einer größeren in "Betty Blue" (1986) auf sich aufmerksam. Seither kann er sich in Frankreich die Rollen aussuchen, wechselt zwischem großen Kino ("La belle histoire" von Claude Lelouche) und solider Unterhaltung ("The Good Thief", 2001 ) und ist sich auch für spaßigen Klamauk à la "Asterix und Cleopatra" (2002) nicht zu schade.

Recht hat er. Recht hat auch der Zuschauer, der sich mit "Die Herzen der Männer" einen schönen Abend macht. Unrecht hat eigentlich wie so oft nur die deutsche Kinoindustrie, die einen solchen Film diskret in ein paar enge Kleinkinos verbannt und dem Publikum dafür mit großem Wirbel ein Machwerk wie "Abgefahren" (oder so ähnlich) als "Liebeskomödie des Sommers" (würg) andient. Viel Spaß.

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