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Absolution

(Muse, Universal/Taste media/motor, 2003) Die Erlösung ist da: Das neue und dritte Album der drei unscheinbaren jungen Burschen aus der südenglischen Provinz (wo zum Henker ist denn bitte Devon? in den Lowlands? Ahhhh ja... Und DIE?!?) liegt seit Oktober in den Plattenläden, und erfüllt trotz aller Unkenrufe über die korrumpierende Wirkung des Erfolgs sämtliche Erwartungen.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass etliche professionelle und private Kritiker nach dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung jammern. Der Drall sei raus, die berstende Energie umgewandelt in leblose Perfektion, Muse höre sich nicht mehr "raw" an. Wie sehr dieses Jammern im Vorfeld beeinflussen kann, merkt man beim ersten Anhören: Man hat tatsächlich den Eindruck, das Album halte dem Vergleich mit den Vorgängern "Origin of Symmetry" und "Showbiz" nicht stand. Um beim dritten oder vierten Mal eindringlich eines Besseren belehrt zu werden.

Einfallslosigkeit? Kopie des eigenen Stils? Gelangweilte und langweilige Sattheit? Alles Blödsinn. Eine saubere Produktion hat noch nie geschadet, und ist allemal besser, als eine künstlich (also wider besseres Können) erzeugte Ungeschliffenheit, mit der die ohnehin überstrapazierte "Authentizität" simuliert wird. Die drei Engländer liefern ein Werk ab, das bombastisch klingt, aber nicht pompös, und leidenschaftlich, aber nicht kitschig. Die Mischung aus dröhnendem Bass, hämmerndem Schlagzeug, pianohaftem Keyboard, meisterhaft schriller Gitarre und vor allem der unnachahmlich schneidenden Stimme Matthew Bellamys schafft einen Sound, der das Album zu einem Volltreffer macht. Die Stücke und ihre Reihenfolge sind hervorragend aufeinander abgestimmt und ziehen den Hörer in ein intensives Gesamterlebnis, das viele andere für ihre Authentizität gehypte Bands erst einmal auf die Beine bringen müssen. Da mag Placebo-Kopf Brian Molko (der es eigentlich wirklich nicht nötig hätte!) noch so viele vornehm-spöttische Bemerkungen über den überhöhten Anspruch des angeblichen Konzept-Albums machen: "Absolution" steckt das ebenso locker weg wie das Lamentieren mancher Nörgler über die unüberhörbaren Anleihen bei Queen. Ob man's mag oder nicht, nicht von ungefähr sind viele Queen-Klassiker noch heute Garant für lautstarkes Mitgrölen auch bei Leuten, die noch in der Grundschule steckten, als Mercurys Tod der Band ein Ende setzte. Wenn Muse so weitermachen wie bisher, kann ihnen das mit dem Titelsong"Absolution" oder dem darauf folgenden "Stockholm Syndrome" auch passieren - na und? So oder so darf man gespannt sein, wie das alles mal enden soll, zählt Mastermind Bellamy doch gerade mal 25 Lenze.

Tipp: Die Bühnenshow als Gesamtkunstwerk steht den Alben in Nichts nach.*

Play loud!

*Nein: Ich kassiere weder vom Label, noch verkaufe ich Bootlegs oder Fanartikel.

Infos, Fotos und Links zu Fansites auf der Öffnet externen Link in neuem Fensteroffiziellen Website: www.muse.mu

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